Sicher durch jede Kurve – von A bis Z:

Sicherheit steht am BILSTER BERG an erster Stelle. Aber wie genau wird dafür gesorgt, dass auf der herausfordernden Rundstrecke alles reibungslos läuft?

Kleinere Unfälle passieren immer wieder, aber einen größeren Crash gab es am BILSTER BERG noch nie.  Für Frank Igelbrinck, Leiter Betrieb und Technik, ist dies eine Tatsache, auf die er besonders stolz ist. Denn der BILSTER BERG ist eine der beliebtesten Rundstrecken in Deutschland, die für ihre anspruchsvolle Topografie mit vielen Kurven und einem Gefälle von 26 % bekannt ist. Jährlich nehmen hunderte Motorsportfans aus der ganzen Welt an Veranstaltungen am BERG teil.

Dabei ist es selbstverständlich, dass die Sicherheit gewährleistet und somit das Risiko von Unfällen minimiert wird.

„Das meiste passiert in der Mausefalle: Hier landen prozentual die meisten Teilnehmer von Trackdays und Fahrtrainings neben der Strecke im Kiesbett,“ erzählt Igelbrinck. „Die wenigen Unfälle zeigen, dass man unsere Strecke nicht unterschätzen darf, aber ihre Seltenheit eben auch, dass unsere Sicherheitsmaßnahmen greifen.“

Und die reichen von A bis Z:

Automobil

Bei Trackdays ist es üblich, dass die Teilnehmer ihre eigenen Fahrzeuge mitbringen. „Das ist ein wichtiger Fakt für unser Sicherheitskonzept, da die Serienkomponenten der meisten Autos für die Anforderungen des öffentlichen Verkehrs konzipiert sind“, sagt Frank Igelbrinck. „Wenn das Fahrzeug länger außerhalb des vorgesehenen Temperatur-Arbeitsbereichs bewegt wird kann es deshalb zu erhöhtem Verschleiß kommen. Bremsen, Reifen und Ölstand sollten daher immer vorher kontrolliert werden. Am besten ist das Fahrzeug sogar frisch gewartet, bevor es am BILSTER BERG startet.“

Briefing

Ein Sicherheits-Briefing aller Fahrer ist vor jedem Trackday Pflicht. „Ein gutes Briefing sollte nicht länger als 15 Minuten dauern, denn meist sind die Fahrer vor einem Trackday nervös und ihre Aufnahmefähigkeit begrenzt“, sagt der Sicherheitschef. Die Profis am BILSTER BERG arbeiten daher mit rhetorischen Tricks: Kernbotschaften senden, mit Sprachmelodie arbeiten, Dialog statt Frontalunterricht.

Elektronisches Flaggensystem

Die Strecke ist an vielen Punkten mit einem Electronic Marshall System ausgestattet. Dieses ist mit 21 LED-Tafeln verbunden, über die sämtliche Flaggensignale gegeben werden können. So werden alle Fahrer auf der Strecke über etwaige Gefahrensituationen sofort informiert und sie können sich der Situation entsprechend anpassen.

FIA-Fangzäune

Die Sicherheitszäune rund um die Strecke sind nach den strengen Vorgaben des Automobil-Dachverbands FIA zertifiziert. Ihr Reglement gibt millimetergenaue Vorgaben für alle drei Schutzlinien: Die erste ist eine Dreifachleitplanke oder eine Betonmauer – mindestens einen Meter hoch. Durchbricht ein Fahrzeug diese Linie, wird es vom 2,50 Meter hohen Fangzaun dahinter gestoppt, der auch durch die Luft fliegende Reifen oder Trümmer aufhält. Die dritte Linie, die Zuschauer in sensiblen Bereichen auf Abstand hält, besteht aus einem mindestens 1,20 Meter hohen Zaun oder Absperrgitter.

GPS-Transponder

Die Anbringung eines GPS-Transponders möglichst weit oben am Fahrzeug, mit freier Sicht nach vorne und zum Himmel, ist obligatorisch. Dadurch hat der Streckenoperator in der Racecontrol immer einen Überblick, wo sich jedes Fahrzeug gerade auf der Strecke befindet.  Das Verlassen der Strecke oder Geschwindigkeitsreduzierungen können so erfasst und andere Fahrer über ein Flaggensignal gewarnt werden.

Helmpflicht (offene Fahrzeuge)

Wenn sich ein Fahrzeug auf der Strecke befindet, müssen alle Fenster, Falt- und Schiebedächer geschlossen sein.  Sollte ein Fahrzeug mit offenem Verdeck oder ein Motorrad die Strecke befahren, ist ein Vollvisierhelm Pflicht. Auch bei geschlossenen Fahrzeugen wird das Tragen von Helmen für alle Insassen dringend empfohlen.

Kamerasystem

Von der Racecontrol hat der Streckenoperator alles im Blick: 26 Kameras zeigen jeden Winkel der Strecke.

Persönliche Fitness

Landet doch mal ein Fahrzeug in der Leitplanke, ist sofort Hilfe zur Stelle. Bei jedem Trackday ist ein Rettungswagen vor Ort, der mit einem Notfallsanitäter und einem Sanitäter besetzt ist. Bei Motorrad-Veranstaltungen steht sogar ein Notarzt an der Strecke bereit.

Streckenoperator

Der Streckenoperator hat eine große Verantwortung. „Beobachten, was gerade vor sich geht, im Ernstfall die Strecke sichern, Sicherungs- und Rettungsfahrzeuge koordinieren, Aufgaben verteilen und Informationen an die Teilnehmer kommunizieren, Ereignis signalisieren und alles überprüfen“, fasst Philip Hagemann, stellvertretender Leiter Betrieb und Technik, seine Tätigkeit im Streckenbetrieb zusammen.

Training

Auch die richtige Lenkrad- und Sitzeinstellung erhöhen die Fahrsicherheit. „Viele haben die Rückenlehne viel zu flach eingestellt. Kommt dann eine Kurve, löst sich der Körper aus dem Sitz und man verreißt das Lenkrad“, erklärt Frank Igelbrinck. Auch Bremstechnik und Kurvenfahren will gelernt sein. Aspekte wie die beste Fahrlinie auf der Strecke oder Bremsverhalten des Fahrzeugs in Kurven kann man bei den „Racetrack Trainings“ lernen, die der BILSTER BERG regelmäßig anbietet. Hier geht es zu den nächsten Terminen: Veranstaltungskalender

Zertifizierung

Dass alle Sicherheitsstandards eingehalten werden, wird permanent intern sowie jährlich durch den Deutschen Motorsport-Bund (DMSB) extern genauestens überprüft.

Mit all diesen Sicherheitsmaßnahmen, die ständig überprüft, reflektiert und, falls nötig, verbessert werden, steht auch der kommenden Saison am BILSTER BERG nichts im Weg.

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